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DMG MORI führt Adaptive Drilling Control für Universalmaschinen ein
Der neue ADC-Zyklus steuert Bohrprozesse aktiv und erhöht Prozesssicherheit, Werkzeugstandzeit und Energieeffizienz beim Tief- und Einlippenbohren.
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DMG MORI hat Adaptive Drilling Control (ADC) vorgestellt, einen neuen Technologiezyklus für Standardbohren, Tieflochbohren und Einlippenbohren auf Universal-Bearbeitungszentren. Das System wandelt das Bohren von einer rein parametergesteuerten Bearbeitung in einen kontinuierlich überwachten und aktiv geregelten Prozess um und adressiert damit langjährige Herausforderungen hinsichtlich Prozessstabilität und Abhängigkeit vom Bediener.
Insbesondere das Tieflochbohren zählt zu den kritischsten Einzeloperationen in der Zerspanung. Spänestau, Bohrungsabweichungen, Querbohrungen oder Werkzeugbruch führen nicht nur zu Ausschuss, sondern gefährden auch Liefertermine und Kundenbeziehungen – insbesondere bei Bauteilen mit hoher Wertschöpfung wie Kurbelwellen, Einspritzsystemen, Turbinenkomponenten oder medizinischen Implantaten. Mit der zunehmenden Verlagerung spezialisierter Tieflochbohrprozesse auf Universalmaschinen können diese Anforderungen nicht mehr ausschließlich durch Bedienererfahrung abgesichert werden.
ADC setzt genau an diesem Punkt an. Anstelle fest definierter Parameter wird der Prozess adaptiv geregelt. Sensoren für Druck, Volumenstrom und Last liefern kontinuierlich Zustandsdaten, die der ADC-Zyklus nutzt, um Kühlmittelzufuhr und Bearbeitungsstrategie in einem geschlossenen Regelkreis zu steuern. Dadurch passt sich der Prozess in Echtzeit an Materialeigenschaften, Werkzeugzustand und Bohrtiefe an.
Der ADC-Technologiezyklus vereint Standardbohren, Tieflochbohren und Einlippenbohren in einem durchgängigen Ablauf mit drei skalierbaren Betriebsarten. Beim Standardbohren sind lediglich Grundparameter erforderlich, während der Zyklus automatisch den optimalen Kühlmittelfluss sicherstellt. Für das Tieflochbohren stehen ergänzende Eingabefelder zur Verfügung. In der erweiterten ADC-Stufe können komplexe Anwendungen wie Querbohrungen, Versatz zur Pilotbohrung oder adaptive Vorschubanpassungen integriert werden.
ADC regelt Kühlmitteldruck und Volumenstrom automatisch und situationsabhängig, ohne manuelle Eingriffe. Das Ergebnis sind stabile Strömungsverhältnisse über alle Prozessphasen hinweg, selbst bei variierender Spänesituation oder zunehmender Bohrtiefe. Dadurch erhöht sich die Prozesssicherheit und Qualität, während die Werkzeugstandzeit um bis zu 30 Prozent steigt. Gleichzeitig lassen sich Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent realisieren, insbesondere in Kombination mit Hochdruck-Kühlschmiersystemen über 80 bar. Komplexe Bohrprozesse werden so zu reproduzierbaren Standardprozessen.
Der ADC-Zyklus wurde in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus dem DMG MORI Qualified Products Network entwickelt. Werkzeughersteller wie botek, Gühring, Kennametal und Walter sowie FUCHS Lubricants haben abgestimmte Prozesslösungen beigesteuert. Alle Prozessdaten werden automatisch erfasst und stehen für Überwachung, Qualitätsdokumentation sowie die Integration in CELOS X und übergeordnete IT-Systeme zur Verfügung.
ADC ist zunächst für ausgewählte monoBLOCK-, duoBLOCK-, horizontale sowie Portal- und Gantry-Maschinen verfügbar und unterstützt Steuerungen von Siemens und HEIDENHAIN. DMG MORI positioniert ADC als zentralen Baustein seiner Machining Transformation (MX), bei der Sensorik, Software und Partnertechnologien zu einer integrierten Lösung zusammengeführt werden.
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